Alte Neuigkeiten vom LVB-Sitztest

Erinnert ihr euch an den LVB-Sitztest? Erinnert ihr euch daran, wie die LVB mich verarschen wollte? Ja?

Aber erinnert ihr euch auch daran, wie die LVB euch verarscht hat?

Durch eine Verkettung von Zufällen habe ich vor einiger Zeit eine Person kennen gelernt, die mir völlig glaubhaft versichert hat, dass das Ergebnis des LVB-Sitztests bereits vorher fest stand.

Stärker abgezeichnet als erwartet

Stärker abgezeichnet als erwartet

Anscheinend war es so, dass es niemals der Plan war, an der bepolsterung der Fahrzeuge etwas zu ändern. Das erklärt natürlich, warum das Ergebnis so knapp ausfiel: weil ein anderer Sitz eigentlich gewonnen hatte. Wenig überraschend, gab es bei dieser Verarschaktion personelle Überschneidungen mit anderen Verarschaktionen.
Es wurde eine Straßenbahn umgebaut und zwei Mal beklebt, um diesen PR-Gag glaubhaft zu machen.

Die phantastische Chance, die bestehenden Staub- und Dreckschleudern durch ordentliche Sitze zu ersetzen, wurde natürlich nicht genutzt. MIch überrascht langsam nichts mehr.

haha?

haha?

Das Mismanagement bei der LVB ist gar nicht in Worte zu fassen.

Im Dienste der LVB

Die Leipziger Verkehrsbetriebe suchen ab jetzt QualitätsbewerterInnen.

Bildschirmfoto von »2016-01-18 15-20-07«

Dafür soll es bis zu 450Euro im Monat geben. Aber weil wir so gute Freunde sind, bekommt die LVB diesen Dienst von mir natürlich gratis.

Die meisten Haltestellen sind reine Zigaretten- und Müllberge. Die Mülltonnen sind entweder nicht vorhanden oder voll. Haltestellen auf der Straßenmitte, wie das Connewitzer Kreuz, sind viel zu eng für Doppelhaltestelle und zwischen Straßenbahn und Ticketautomaten ist eine Passagierrochade, weil der Bus jetzt doch gerade hinten hält (oder doch nicht, vielleicht fährt er auch gleich nochmal weiter), ein reines Getrete und Geschubse.

Bis auf die geringe Wartung, die den Innenräumen der Busse zu Teil wird ist fast alles ok. Wenn jetzt auch noch die Leoliner so wären, dass einem nicht bei jeder mechanischen Bewegung beide Ohren abfallen, könnte man glatt mit der Leistung zufrieden sein.

Das Fahrpersonal ist natürlich auf einem ganz anderen Level. Da ist natürlich erstmal der Busfahrer mit Bleifuß. Da kann man schon mal die Fahrgäste umwerfen oder zumindest Nackenprobleme bescheren. Dann haben wir natürlich die Busfahrer, die an die Doppelhaltestelle fahren, langsam auf die vor ihnen stehende Bahn zufahren – während sich Passagiere an der Haltestelle schon auf den Bus zubewegen und an der Bahn vorbei gehen – und dann wieder kräftig Gas geben, weil die Bahn jetzt losgefahren ist. Ohne Rücksicht darauf, wer auch jetzt im eigenen Bus bereits aufgestanden ist. Und natürlich die, aber das werden so ungefähr die selben sein, die gerne mal ignorieren, wer da an wenig besuchten Haltestellen überhaupt steht oder gerade auf die Haltestelle zurennt.
Viele scheinen den Beruf da verfehlt zu haben. Wer einfach nur fürs Rumfahren und kräftig Gas geben und Bremsen bezahlt werden will, der hätte dann wohl Rennfahrer werden sollen.

Bitteschön.

Ein Jahr LVB Stats (6) – Github, here we come

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit über einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Jetzt sind wir auch am Ende der 6 Wochen und damit gibt es nicht mehr viel zu sagen als: Ihr könnt den gesamten Code auf github.com/maweki/lvbstats finden. Die Lizenz ist „GPLv2“ und ich freue mich auf Pull-requests aber auch einfach Feature-Wünsche.

Für weitere Ideen, was wir mit den Daten machen können, bin ich total offen und freue mich auf weitere Open-Data-Projekte.

Ein Jahr LVB Stats (5) – Fahrplanregulierende Maßnahmen

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit über einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Wisst ihr, was fahrplanregulierende Maßnahmen sind? Tja, nach meinem Googlen scheint die LVB die Ausnahme der Verkehrsbetriebe zu sein, die diese Formulierung für „jetzt ist das Ding einmal verspätet, jetzt können wir es auch ausfallen lassen“ verwenden. Das darf bei unserer LVB natürlich nicht danach klingen und deshalb wird statt ehrlich-Sprech hier Arschloch-Sprech benutzt.

Leider habe ich ja viele gelöschte Tweets verloren, aber seit es wieder los gegangen ist, sieht man doch einige dieser „Maßnahmen“.

Die warten alle auf die Bahn

Die warten alle auf die Bahn

Bild: CC „De Havilland

Ein Jahr LVB Stats (4) – Das Demoverhalten der LeipzigerInnen

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Leipzig ist schon immer eine sehr politische Stadt und Demonstrationen sind für die LeipzigerInnen keine Seltenheit. Dann schauen wir mal nach dem Schlüsselwort „Demo“.

Ok, da sieht man eine starke Erhöhung der Meldungen ab der Jahreswende. Dann schauen wir doch mal weiter. Hier die Heatmap der Meldungen nach Uhrzeit und Wochentag vor dem 01.01.2015 und nach dem 01.01.2015.

Hier sieht man „schön“, dass es seit 2015 vornehmlich irgendwie Montagabends Demos mit Einschränkungen gibt. Auch was die betroffenen Linien anbelangt, kann man zumindest einen Unterschied erkennen.

Es ist zu sehen, dass vor 2015 nur wenige Linien so betroffen waren, wie die 89, die genau durch die Innenstadt fährt (die bei Demonstrationen auf dem Markt behindert ist), wobei ab 2015 die Linien, die auf dem Augustusplatz halten und an der Oper innen vorbeifahren (15, 7, 4) betroffener sind als die 89.

Ohne Näheres über die Leipziger Verhältnisse zu wissen, scheint es jetzt öfter zum Montagabend Behinderungen auf dem Augustusplatz wegen Demonstrationen zu geben.

Was läuft denn hier?

Was läuft denn hier?

Foto CC by strassenstriche.net

Ein Jahr LVB Stats (3) – Das url-Update

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit über einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Um mit euch die interessanten Analysen zu teilen, habe ich etwas programmiert. Man kann jetzt eine Suchanfrage eingeben und es wird eine extra url generiert, die ihr mit euren Freunden teilen könnt. Diese url beinhaltet alle Filterparameter und beim Öffnen der url werden genau diese Filterparameter wieder geladen.

Bildschirmfoto von »2015-04-13 15:18:00«

Ein Jahr LVB Stats (2) – Neue Zeitrechnung

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit über einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Vor einiger Zeit hatt die LVB eine Umstellung der Software. Während dieser Zeit waren die Tweets in anderen Formaten und haben meine Software aus dem Gleichgewicht geworfen. Im gleichen Atemzug ist irgendwie das System meines Pi, auf dem das Ganze lief, kaputt gegangen. Das hat auch die Datenbank in Mitleidenschaft gezogen. Dabei habe ich leider einige der (gelöschten) Tweets verloren 🙁

Symbolfoto: Neue Zeitrechnung

Symbolfoto: Neue Zeitrechnung

Nach etwas Trödeln habe ich die Gelegenheit genutzt, das Backend komplett neu zu implementieren. Das ist jetzt hübsch(er) und wird am Ende der Artikelserie bei github veröffentlicht.

Ein Jahr LVB Stats (1) – Mit dem Finger auf die Wunde

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit über einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Eigentlich hatte ich das LVB Stats Projekt initiiert, um etwas über Leipzig und unsere (es ist ein städtisches Unternehmen, auch wenn die LVB das gerne vergisst) Verkehrsbetriebe zu lernen.

Finger im Salz

Finger im Salz

Nach meinen und anderen Erfahrungen mit der LVB im letzten Jahr, ist das jetzt nur noch der Finger, der so lange auf der Wunde der LVB liegen soll, bis sich etwas bessert. Alle Missstände transparent und öffentlich machen, bis irgendwer dort mal Farbe bekennt. Bis irgendwer mal den Arsch in der Hose hat, als städtisches Unternehmen, auch mal politisch zu agieren und für solidarische und menschliche Finanzierungsmodelle zu kämpfen. Wenn das nicht passiert, können wir die Bude auch privatisieren oder gleich zu machen.

Wenn mich jemand sucht, ich bin in der Zeitung…

Ich habe in letzter Zeit sehr wenig geschrieben. Ich war anderweitig voll beschäftigt. Mein jüngstes Kind ist der Bürgerverein Anger-Crottendorf. In dem Rahmen war ich am Freitag mit einem O-Ton in der Leipziger Zeitung.

2015-04-26 14.42.47Ansonsten bin ich im nächsten Mitteilungsblatt der Leipziger Linken mit einem Artikel zum Bedingungslosen Grundeinkommen, auf dessen Veröffentlichung ich mich schon freue.

Wie die LVB mich verarschen wollte (oder: Warum man nicht mit Unternehmen befreundet sein kann)

Was hat das zu bedeuten?

Was hat das zu bedeuten?

Vor einiger Zeit habe ich eine Auswertungs­software für Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe geschrieben. Als guter Bürger mit einer (meiner Meinung nach) guten Beziehung zur PR/Online-Abteilung der LVB, habe ich vor der Veröffentlichung versucht eine Zusammenarbeit zu gestalten.

Dabei wollte mich die LVB nur über den Tisch ziehen, was ich lange Zeit nicht belegen konnte. Jetzt kann ich es.
Ich schreibe das hier ganz öffentlich und ehrlich, weil ich mir sehr sehr verarscht vorkomme und gerne Andere davor warnen möchte, für die LVB den nützlichen Idioten zu machen.

Hier abgebildet: Nützlicher Idiot

Hier abgebildet: Nützlicher Idiot

Am 22. August hatten wir uns zur Vorstellung der Applikation am Augustusplatz getroffen. Bei dem Treffen waren der Pressereferent (bekannt aus Twitter), die Kollegin, die die Meldungen normalerweise eingibt, der große PR-Chef und ein Kollege aus der Technik.

Bei dem Treffen wurde mir erklärt, welche Meldungen eigentlich ins Twitter reinkommen und welche nicht und in welchen Ebenen welche Störungen meldepflichtig sind undsoweiter. Dann habe ich die Applikation gezeigt und habe dargestellt, welche Straßenbahnlinie an welcher Stelle am schlimmsten von Falschparkern betroffen ist.

Der Kollege aus der Technik schien begeistert, denn deren Analysesoftware wäre weitaus weniger komplex. Die Kollegin aus dem Lagezentrum ebenso, denn diese Live-Erkenntnis war genau das, was sie aus ihrem Arbeitsalltag kennt.
Nur die beiden Herren aus der Presse waren wenig begeistert. Da könne man viel zu viel falsch verstehen. Am Ende einigten wir uns darauf: Ich bekomme das Twitter-Archiv der LVB und gebe die App nur für die KollegInnen frei. Die schauen, ob sie selbst was rauslesen können und wenn das Ganze als „sauber“ deklariert wird, darf ich die Daten mit benutzen. Fairer Deal?!

Gut gelöscht

Gut gelöscht

Nach einigem Nachfragen habe ich am 02. September die Daten erhalten. Da wurde ich schon stutzig, denn eigentlich hätte das Ganze schon am nächsten Werktag fertig sein müssen. Die Datei, die ich bekam, war offensichtlich in einem Programm (tippe auf MS Excel) geöffnet und manipuliert worden. In den Tweets seit Ende 2011 war 266 mal das Schlüsselwort „Unfall“ enthalten. Ich hatte in meinen 4 Monaten Daten schon knapp 270 mal „Unfall“ und mit den offiziellen Statistiken lässt sich das in zweieinhalb Jahren gleich gar nicht vereinbaren.

Und siehe da, es sind wirklich Meldungen gelöscht worden. Das erklärt die lange Wartezeit. Ich versuchte meine Kontaktperson darauf anzusprechen:

Hier werde ich belogen.

Ich denke, hier ist man nicht ganz ehrlich.

Hier eine Statistik, mit der ich das jetzt belegen möchte, dass die LVB erst nach meinem Treffen begonnen hat, unbeliebte Tweets in großem Maß zu löschen:

Bildschirmfoto von »2014-10-11 11:06:09«

Die blaue Linie sind die Tweets in meinem Archiv, die rote Linie ist der Anteil, den ich als gelöscht identifiziert habe.

Die Daten habe ich seit Anfang April, weil ich Anfang Juli das verfügbare Archiv per Twitter-API runtergeladen habe. Das sind vollständige Daten über die letzten 3 Monate. Seitdem habe ich Live-Daten per Streaming-API und lade Nachts nochmal die Tweets des Tages runter (möglicherweise habe ich welche verpasst).

These: Die LVB löscht schon immer unliebsame Tweets. Wenn das so ist, sollten wir folgendes sehen: Die Rote Linie ist erst ab Juli über 0, denn im Rückblick über 3 Monate hinweg, hätten unliebsame Tweets längst gelöscht sein müssen. Dem ist nicht so.
Es bleibt also nur ein Schluss: Die LVB hat erst nach unserem Treffen angefangen, alte Tweets zu löschen. Tweets, die ihnen im Nachhinein, Monate später, nicht mehr gefallen haben. Das erklärt auch die langen Wartezeiten, bis ich die veränderten Daten erhalten habe.

Selbe Statistik nach "Unfall" gefiltert.

Selbe Statistik nach „Unfall“ gefiltert.

Und das sieht man jetzt schon, nachdem ich gerade 20% der Tweets auf Verfügbarkeit gecheckt habe.

Das kommt davon, wenn man versucht *mit* einem Unternehmen zu arbeiten. Man wird verarscht. Ich berichte von meinem Plan, es gibt eine Abmachung und dann wird sabotiert. Ich habe meinen Teil eingehalten. Das mache ich auch weiterhin. Ich werde die manipulierten Daten nicht nutzen. Die bringen auch niemandem etwas. Auch nicht mehr der LVB, die davon vielleicht etwas hätten in Erfahrung bringen können.

Am ärgerlichsten ist dann eigentlich, für wie doof man mich hält.

2012-05-23-021

Doof

So lernt man auch Dinge über Leipzig.