Book in Review: Off to be the Wizzard

Wenn man nicht gerade Harry Potter oder Percy Jackson ist, oder einfach generell eine fiktive Person, ist es relativ unwahrscheinlich, eines Tages seiner Berufung als echter Zauberer und Hexenmeister nachzugehen.

Doch als Martin Banks beim wochenendlichen hacken eine riesige Datei mit den Namen aller Menschen, deren Körpergrößen, Aufenthaltsorten und Kontoständen findet, die sich selbst in Echtzeit aktualisiert, bekommt er mit einem einfachen Texteditor die Fähigkeit, die Realität zu manipulieren.

Teleportieren vielleicht; aber den Kontostand verändern bleibt nicht lange unbemerkt und in seiner Flucht vor dem Finanzamt transportiert er sich ins mittelalterliche Südengland um dort womöglich den Rest seines Lebens in Ruhe als Zauberer zu verbringen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass er in der Geschichte der Erde nicht der einzige Hacker ist und auch nicht alle seiner Co-Zauberer sind so gutmütig wie er.

Off to be the Wizzard von Scott Meyer (Basic Instructions) widmet sich in seinem ersten Buch der nicht gleich traurigen Realität, dass wir nur in einer Simulation leben und was es für diejenigen bedeutet, die die Entwicklerschnittstelle kennen. Die Matrix (aber nur der eine gute) trifft “Per Anhalter durch die Galaxis”. Das Abenteuer des Martin Banks im Arthurianischen Mittelalter ist eine absurd-rasante Geschichte, die man bis zur hälfte des Buches nicht weglegen will und ab dann nicht mehr weglegen kann.

Wer tiefgreifende und philosophische Reflexionen über das Leben in der Simulation erwartet, ist fehl am Platz. Umso lustiger ist es, wenn die Nerds aus allen Jahrzehnten versuchen genau diese Klischees zu bedienen, die sie selbst nur aus Disneys “Die Hexe und der Zauberer” kennen.

“Off to be the Wizzard” ist meines Wissens nach nur auf Englisch erschienen aber sehr leichter und kurzweiliger Lesestoff. Meine herzlichste Kaufempfehlung zu finden im maweki Shop.

Book in review: Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht – Geschichten aus der Arschlochfreien Zone (Dieter Moor)

Der Paradeschweizer Dieter Moor mag manchem ein Begriff sein. Dieter Moor (nicht zu verwechseln mit dem Kabarettisten Dieter Nuhr) ist in Deutschland besonders bekannt durch seine Moderation der Kultursendung “titel, thesen, temperamente” im ard (nicht zu  verwechseln mit dem Oberstufen-Deutschlehrbuch “texte, themen, strukturen”). Vielleicht hat man ihn auch schon bei “im Palais” im rbb gesehen.

M. erzählt in seinem Buch von seinem Umzug von einem beschaulichen Hof in der Schweiz in das verschlafene “Amerika”, mitten in Brandenburg. Mit viel Witz, Humor und jeder Menge Authentizität erzählt Moor von den verzweifelten Versuchen, Frischmilch in das Sortiment des örtlichen Konsums zu bekommen, welche Tag um Tag mit den Worten “hammwanich” und “hatmanochnie” abgeschmettert werden.

Sympathisch erzählt er von seiner Frau Sonja (gebürtige Österreicherin) und wie sie sich an das Leben in Amerika viel schneller gewöhnt als er und von den Erlebnissen auf dem Hürlimann (Trekker), um einen Bio-Bauernhof in Amerika aufzubauen.

Warum wollt ihr ausgerechnet dorthin, von wo alle abhauen?» Freunde und Bekannte sind fassungslos, als Dieter Moor und seine Frau Sonja eröffnen, dass sie ihr Haus in der Schweizer Postkartenidylle verkauft haben, um nach Brandenburg zu ziehen. Im Dörfchen Amerika möchten sie ihren Traum vom eigenen Bauernhof verwirklichen. Tatsächlich sind die neue Heimat, die neuen Nachbarn und das neue Leben für allerlei ungeahnte Herausforderungen, komische Missgeschicke und skurrile Situationen gut. Warum Dieter Moor dennoch sein Herz an Land und Leute verloren hat – davon erzählt er in diesem Buch. Eine charmante und witzige Liebeserklärung an eine verkannte Region.

Das Buch ist sehr amüsant und sympathisch geschrieben. Man kommt der kleinen Familie Moor und den Amerikanern sehr nahe. Wenn man sich durch das kurzweilige Buch durchgefressen hat, fühlt man sich in Amerika richtig zu Hause.

Darum bekommt “Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht – Geschichten aus der Arschlochfreien Zone” von mir 4 von 5 Maweki-Points

Für den episodenhaften Aufbau gibt es den Bonuspunkt in der Kategorie: während der Vorlesung lesbar