Alte Neuigkeiten vom LVB-Sitztest

Erinnert ihr euch an den LVB-Sitztest? Erinnert ihr euch daran, wie die LVB mich verarschen wollte? Ja?

Aber erinnert ihr euch auch daran, wie die LVB euch verarscht hat?

Durch eine Verkettung von Zufällen habe ich vor einiger Zeit eine Person kennen gelernt, die mir völlig glaubhaft versichert hat, dass das Ergebnis des LVB-Sitztests bereits vorher fest stand.

Stärker abgezeichnet als erwartet

Stärker abgezeichnet als erwartet

Anscheinend war es so, dass es niemals der Plan war, an der bepolsterung der Fahrzeuge etwas zu ändern. Das erklärt natürlich, warum das Ergebnis so knapp ausfiel: weil ein anderer Sitz eigentlich gewonnen hatte. Wenig überraschend, gab es bei dieser Verarschaktion personelle Überschneidungen mit anderen Verarschaktionen.
Es wurde eine Straßenbahn umgebaut und zwei Mal beklebt, um diesen PR-Gag glaubhaft zu machen.

Die phantastische Chance, die bestehenden Staub- und Dreckschleudern durch ordentliche Sitze zu ersetzen, wurde natürlich nicht genutzt. MIch überrascht langsam nichts mehr.

haha?

haha?

Das Mismanagement bei der LVB ist gar nicht in Worte zu fassen.

Die andere Hälfte

Ich hab hier lange nichts mehr geschrieben. Das wird sich in Zukunft wieder etwas ändern. Die Themen, die ich bzgl. Arbeit, Studium und Forschung beackere, werden seit einiger Zeit auf tech.maweki.de niedergeschrieben (und zwar auf Englisch).

Die Sachen, die persönliche, gesellschaftliche oder zumindest Leipzig-Relevanz haben, werden sicher auch hier einen Beitrag, dann jedoch auf Deutsch, bekommen.

Es wird in Zukunft hier also wieder mehr Politik und mehr Meinungen geben. Ich weiß, dass viele nur so darauf warten zu hören, wie sie die aktuelle Weltpolitik zu sehen haben.

Im Dienste der LVB

Die Leipziger Verkehrsbetriebe suchen ab jetzt QualitätsbewerterInnen.

Bildschirmfoto von »2016-01-18 15-20-07«

Dafür soll es bis zu 450Euro im Monat geben. Aber weil wir so gute Freunde sind, bekommt die LVB diesen Dienst von mir natürlich gratis.

Die meisten Haltestellen sind reine Zigaretten- und Müllberge. Die Mülltonnen sind entweder nicht vorhanden oder voll. Haltestellen auf der Straßenmitte, wie das Connewitzer Kreuz, sind viel zu eng für Doppelhaltestelle und zwischen Straßenbahn und Ticketautomaten ist eine Passagierrochade, weil der Bus jetzt doch gerade hinten hält (oder doch nicht, vielleicht fährt er auch gleich nochmal weiter), ein reines Getrete und Geschubse.

Bis auf die geringe Wartung, die den Innenräumen der Busse zu Teil wird ist fast alles ok. Wenn jetzt auch noch die Leoliner so wären, dass einem nicht bei jeder mechanischen Bewegung beide Ohren abfallen, könnte man glatt mit der Leistung zufrieden sein.

Das Fahrpersonal ist natürlich auf einem ganz anderen Level. Da ist natürlich erstmal der Busfahrer mit Bleifuß. Da kann man schon mal die Fahrgäste umwerfen oder zumindest Nackenprobleme bescheren. Dann haben wir natürlich die Busfahrer, die an die Doppelhaltestelle fahren, langsam auf die vor ihnen stehende Bahn zufahren – während sich Passagiere an der Haltestelle schon auf den Bus zubewegen und an der Bahn vorbei gehen – und dann wieder kräftig Gas geben, weil die Bahn jetzt losgefahren ist. Ohne Rücksicht darauf, wer auch jetzt im eigenen Bus bereits aufgestanden ist. Und natürlich die, aber das werden so ungefähr die selben sein, die gerne mal ignorieren, wer da an wenig besuchten Haltestellen überhaupt steht oder gerade auf die Haltestelle zurennt.
Viele scheinen den Beruf da verfehlt zu haben. Wer einfach nur fürs Rumfahren und kräftig Gas geben und Bremsen bezahlt werden will, der hätte dann wohl Rennfahrer werden sollen.

Bitteschön.

Ein Jahr LVB Stats (6) – Github, here we come

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit über einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Jetzt sind wir auch am Ende der 6 Wochen und damit gibt es nicht mehr viel zu sagen als: Ihr könnt den gesamten Code auf github.com/maweki/lvbstats finden. Die Lizenz ist „GPLv2“ und ich freue mich auf Pull-requests aber auch einfach Feature-Wünsche.

Für weitere Ideen, was wir mit den Daten machen können, bin ich total offen und freue mich auf weitere Open-Data-Projekte.

Ein Jahr LVB Stats (5) – Fahrplanregulierende Maßnahmen

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit über einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Wisst ihr, was fahrplanregulierende Maßnahmen sind? Tja, nach meinem Googlen scheint die LVB die Ausnahme der Verkehrsbetriebe zu sein, die diese Formulierung für „jetzt ist das Ding einmal verspätet, jetzt können wir es auch ausfallen lassen“ verwenden. Das darf bei unserer LVB natürlich nicht danach klingen und deshalb wird statt ehrlich-Sprech hier Arschloch-Sprech benutzt.

Leider habe ich ja viele gelöschte Tweets verloren, aber seit es wieder los gegangen ist, sieht man doch einige dieser „Maßnahmen“.

Die warten alle auf die Bahn

Die warten alle auf die Bahn

Bild: CC „De Havilland

Ein Jahr LVB Stats (4) – Das Demoverhalten der LeipzigerInnen

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Leipzig ist schon immer eine sehr politische Stadt und Demonstrationen sind für die LeipzigerInnen keine Seltenheit. Dann schauen wir mal nach dem Schlüsselwort „Demo“.

Ok, da sieht man eine starke Erhöhung der Meldungen ab der Jahreswende. Dann schauen wir doch mal weiter. Hier die Heatmap der Meldungen nach Uhrzeit und Wochentag vor dem 01.01.2015 und nach dem 01.01.2015.

Hier sieht man „schön“, dass es seit 2015 vornehmlich irgendwie Montagabends Demos mit Einschränkungen gibt. Auch was die betroffenen Linien anbelangt, kann man zumindest einen Unterschied erkennen.

Es ist zu sehen, dass vor 2015 nur wenige Linien so betroffen waren, wie die 89, die genau durch die Innenstadt fährt (die bei Demonstrationen auf dem Markt behindert ist), wobei ab 2015 die Linien, die auf dem Augustusplatz halten und an der Oper innen vorbeifahren (15, 7, 4) betroffener sind als die 89.

Ohne Näheres über die Leipziger Verhältnisse zu wissen, scheint es jetzt öfter zum Montagabend Behinderungen auf dem Augustusplatz wegen Demonstrationen zu geben.

Was läuft denn hier?

Was läuft denn hier?

Foto CC by strassenstriche.net

Ein Jahr LVB Stats (3) – Das url-Update

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit über einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Um mit euch die interessanten Analysen zu teilen, habe ich etwas programmiert. Man kann jetzt eine Suchanfrage eingeben und es wird eine extra url generiert, die ihr mit euren Freunden teilen könnt. Diese url beinhaltet alle Filterparameter und beim Öffnen der url werden genau diese Filterparameter wieder geladen.

Bildschirmfoto von »2015-04-13 15:18:00«

Ein Jahr LVB Stats (2) – Neue Zeitrechnung

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit über einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Vor einiger Zeit hatt die LVB eine Umstellung der Software. Während dieser Zeit waren die Tweets in anderen Formaten und haben meine Software aus dem Gleichgewicht geworfen. Im gleichen Atemzug ist irgendwie das System meines Pi, auf dem das Ganze lief, kaputt gegangen. Das hat auch die Datenbank in Mitleidenschaft gezogen. Dabei habe ich leider einige der (gelöschten) Tweets verloren 🙁

Symbolfoto: Neue Zeitrechnung

Symbolfoto: Neue Zeitrechnung

Nach etwas Trödeln habe ich die Gelegenheit genutzt, das Backend komplett neu zu implementieren. Das ist jetzt hübsch(er) und wird am Ende der Artikelserie bei github veröffentlicht.

Ein Jahr LVB Stats (1) – Mit dem Finger auf die Wunde

Das Projekt LVB Stats, wo ich Tweets der Leipziger Verkehrsbetriebe analysiere, läuft jetzt seit über einem Jahr. Aus diesem Anlass gibt es eine Reihe von kleinen Artikeln mit Updates, Neuigkeiten und interessanten Fakten. Jede Woche gibt es einen Artikel.

Eigentlich hatte ich das LVB Stats Projekt initiiert, um etwas über Leipzig und unsere (es ist ein städtisches Unternehmen, auch wenn die LVB das gerne vergisst) Verkehrsbetriebe zu lernen.

Finger im Salz

Finger im Salz

Nach meinen und anderen Erfahrungen mit der LVB im letzten Jahr, ist das jetzt nur noch der Finger, der so lange auf der Wunde der LVB liegen soll, bis sich etwas bessert. Alle Missstände transparent und öffentlich machen, bis irgendwer dort mal Farbe bekennt. Bis irgendwer mal den Arsch in der Hose hat, als städtisches Unternehmen, auch mal politisch zu agieren und für solidarische und menschliche Finanzierungsmodelle zu kämpfen. Wenn das nicht passiert, können wir die Bude auch privatisieren oder gleich zu machen.

Grundeinkommen ist nur konsequent

Dieser Beitrag von mir wurde im Mitteilungsblatt 7/8-2015 der Leipziger Linken veröffentlicht. Hier ist er nochmal abgedruckt.

In Zeiten des Arbeitsplätzemangels ist das Problem der Mindestsicherung, dass es die Unternehmen in Konkurrenz zum Staat stellt. Eine Konkurrenz, die wir in anderen Bereichen, wie bei Krankenhäusern, Schulen, Energieversorgern und der öffentlichen Daseinsvorsorge im Allgemeinen, ablehnen. Ein Unternehmen muss, um Arbeitskräfte anzuwerben, gegen die Mindestsicherung konkurrieren. Ist die angebotene Arbeit geringer entlohnt als die Mindestsicherung „stell‘ ich mich doch nicht hin“. Steigt die Mindestsicherung, steigt auch der Druck auf die Unternehmen, mehr als diese Sicherung (zuzüglich beider Teile der Sozialversicherung) für die Arbeitskraft aufzubringen. Die Mindestsicherung ist also nur eine Konkurrenz zwischen Staat und Unternehmen um die Arbeitskraft.

Weil ich eh Recht habe, erwähne ich den Contrapunkt gar nicht.

Weil ich eh Recht habe, erwähne ich den Contrapunkt gar nicht.

Nur in wenigen Sektoren konkurrieren Unternehmen mit hohen Löhnen und einem angenehmen Arbeitsumfeld miteinander um die wenigen verfügbaren Fachkräfte in diesem Feld. Das Bedingungslose Grundeinkommen kann dieses Problem lösen. Durch das Basisgeld des BGE und den abgegoltenen Sozialleistungen muss ein Unternehmen in allen Beschäftigungssektoren nur noch mit anderen Unternehmen um die verfügbaren Arbeitskräfte konkurrieren und ist nicht gezwungen, sich mit einer Leistung vom Staat zu messen. Die Grundversorgung ist abgedeckt und so könnte man es sich leisten, Arbeit die einem Spaß macht, bezahlt zu bekommen, ohne davon leben können zu müssen. Und wenn die angebotene Arbeit schlecht ist, gibt es keinen Zwang, die eigene Arbeitskraft feil zu bieten. Dies brächte die Arbeitnehmer in eine Verhandlungsposition, die traditioneller Arbeitskampf nicht erreichen kann und eine Freiheit, sich ohne ökonomischen Druck für Forschung, Lehre oder Soziale und sonst geringbezahlte Dienstleistungsberufe zu entscheiden. Aus Arbeitsplätzemangel wird wieder Arbeitskräftemangel, eine Situation der wir historisch einen großen Teil unseres Arbeitnehmerrechtesystems zu verdanken haben.

Natürlich bekämen auch Millionäre dieses Grundeinkommen. Dies schließt nahtlos an unsere anderen (vermeintlich unfinanzierbaren) Forderungen an. Kostenfreies Schulessen2, kostenfreie Kitaplätze3 und Lehrmittelfreiheit34 für alle Kinder. Elternunabhängiges Bafög für alle studierenden2. Sozialversicherungsbeiträge für alle Berufsgruppen1 in eine Kranken- und Rentenkasse. Wir wollen auch die Aufhebung der Hartz4-Regelungen für Bedarfsgemeinschaften1, sodass Arbeitslose mit gut verdienenden PartnerInnen nicht in wirtschaftliche Abhängigkeit geraten. Diese Forderungen wären mit dem BGE hinfällig, schließen Besserverdienende aber schon heute nicht aus. Außerdem sollen die Reichen für ihre Millionärssteuer auch etwas bekommen.

Ich habe kein Bild einer sozialen Hängematter, deswegen hier ein paar Sonnenblumen.

Ich habe kein Bild einer sozialen Hängematte, deswegen hier ein paar Sonnenblumen.

Und seien wir mal ehrlich: Eine Absenkung der Wochenarbeitszeit ist eine gute Idee aber für u.A. den Pflegebereich verschärft das die personelle Schieflage nur noch. Wie der Dienstleistungssektor mit einer Verdoppelung der Lohnkosten (Halbierung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich – ohne dass die Arbeit weniger wird) umgehen kann, wird dabei nicht klar. Für die Bereiche, die immer stärker von der Automatisierung bedroht sind, ist das außerdem nur eine kurzfristige Lösung, denn diese Jobs wird es mittelfristig gar nicht mehr geben und durch steigende Lohnkosten erhöht sich der Automatisierungsdruck nur.

Dass der Mensch arbeiten will, sagen uns alle linken Ökonomen und Philosophen. Dass das schlechte und schlecht bezahlte Lohnarbeit sein muss, sagt keiner. Die beste Arbeit kann es nur geben, wenn niemand sie machen muss.

¹Erfurter Programm
²Forderung d. Bundestagsfraktion
³Kommunalwahlprogramm ’14
4Landtagswahlprogramm ’14